Heute im Politischen Café. Ich will lernen!

Höchst interessantes Thema beim heutigen Treffen im Politischen Cafè, welches aufgrund der regen Teilnahme ausnahmsweise in der Aula statt fand.

Er stellt sich eine Schule vor, in welcher die Schüler eigenverantwortlich und ohne Leistungsdruck lernen wollen. Ziel sei, dass man aus Interesse und nicht für eine gute Note lerne. Dominik Alber, Drittklassler der FOS, hat bereits im ersten Semester durch einen offenen Brief an alle Mitglieder der Schulgemeinschaft darauf aufmerksam gemacht, dass das gängige Schulsystem zu viel Druck auf die Schüler ausübe und zum Nachdenken über andere Möglichkeiten angeregt. Auf seinen Aufruf hin hat sich spontan eine kleine Schülergruppe gebildet, die sich engagiert mit der Problematik auseinandersetzt. Diese Gruppe hat zudem angeregt, das Thema rund um die Schulsystematik bei einem Politischen Cafè zu behandeln.
Und genau das ist heute geschehen.

Zu Beginn der Diskussion haben Dominik und seine Mitdenkerinnen, ihre Gedanken nochmal ausgeführt und erklärt, dass eine grundlegende Erneuerung des Schulsystems, weg vom Leistungsdruck hin zur Freiwilligkeit, nur unter der Bedingung möglich sei, dass die Lernenden von Klein auf zur Selbsständigkeit erzogen würden. Dies sei bisher jedoch nicht der Fall, weshalb man sich mit einem Notensystem arrangieren müsse, den Druck aber durch eine Verringerung des Prüfungsausmaßes jedoch reduzieren könne. Ebenso regte die Gruppe eine Art fächerübergreifendes Semesterabschlussreferat vor, bei welchem die Schüler systematisch einen Vortrag über ein oder mehrere erlernte Thematiken halten und dafür von den Lehrpersonen eine Bewertung erhalten würden. Dadurch könne man garantieren, dass man aus reinem Interesse lernt und das Erlernte besser verinnerlicht würde.
Prof. Di Benedetto stellte daraufhin zwei Gegenargumentation zur Debatte, wonach die Schüler tendentiell eher Schwierigkeiten damit hätten, sich selbstständig zu organisieren und ein auf Freiwilligkeit aufgebautes Schulsystem doch ein erhebliches Maß von antrainierter Selbstständigkeit und Reife verlange. Zudem sei eine ausreichende Anzahl von Noten ein Garant für Gerechtigkeit bei der Bewertung.

Daraufhin sollten sich die Schüler, je nachdem ob sie für oder gegen ein Schulsystem ohne Noten seien, in zwei Lager aufteilen. Die Teilnehmer teilten sich somit in zwei ca. gleich starke Gruppen auf. Dominik gesellte sich überraschenderweise zu den Befürwortern des Systems mit Notengebung und begründete diese Entscheidung damit, dass aufrund der objektiv mangelnden Erziehung zur Selbsständigkeit, aktuell ein System ganz ohne Noten nicht funktionieren würde. Er bekräftigte dabei seine Ansicht, dass ein Kompromiss bestehend aus einer Reduktion der Prüfungsanzahl, eine erhebliche Erleichterung bringen würde. Zwei Schülerinnen, die in Vergangenheit die Waldorfschule besucht haben, erklärten dass durch dementsprechende Erziehungsmaßnahmen, ein System ohne Noten und Prüfungsdruck funktionieren würde. Sie bestätigten aber, dass dies nur mit ausreichender Selbstständigkeit in die Praxis umzusetzen sei. Auch anwesende Lehrpersonen befürworteten ein System mit weniger Leistungsdruck, mit den dementsprechenden notwendigen und grundlegenden Vorkehrungen.

Abschließend wurden die Schüler eingeladen weiterhin am Ball zu bleiben, da Bildungspolitik leider allzu oft ohne sie gemacht wird. Prof. Di Benedetto schlug vor, das Thema dem Schülerrat vorzulegen, damit dieser im Rahmen der demokratischen Möglichkeiten, Vorschläge für eine praktikable Entlastung der Schüler und für eine Neuausrichtung unseres Unterrichts unterbreiten kann. (pdb)

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